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Was taugen USB-Kabel?
#1
Hallo,

ich habe mal wieder ein technisches Thema.
In der heutigen Zeit werden Geräte, die mit Akku laufen immer energiehungriger. Sie müssen oft auch schnell wieder geladen werden können. Dabei gibt es oft ein Nadelöhr in der Ladekette, egal ob man mit Netzteil oder Powerbank nachlädt.

Es geht um unsere geliebten oder gehassten USB-A zu Micro-USB-Kabel. Jeder hat sie, jeder nutzt sie. Evtl. ist jemandem schonmal aufgefallen Kabel ist nicht gleich Kabel, wenn es ums Laden von Geräten geht. Bei einem Kabel ist mein Tablet schneller geladen als mit einem anderen.
Das liegt am Innenwiderstand der stromführenden Litzen im Kabel.

Vor einiger Zeit hatte ich mir mal eine "Last" gebaut, um ein gutes Kabel von einem schlechten, durch messen unterscheiden zu können. Nebeneffekt dabei, man findet auch gute/schlechte Ladegeräte und ebensolche Kriterien bei Powerbänken heraus.

Ein paar Bilder sagen wie immer mehr als tausend Worte.

Dieses Bild zeigt 3 Geräte, weißes Steckernetzteil von Huawei (vom Tablet), ein USB-Messgerät und meine selbstgebastelte Last.
[Bild: 20191130_213025syjl5.jpg]

[Bild: 20191130_213110rejma.jpg]
Bild 2 zeigt das kleine Netzteil (links kaum sichtbar), an dem direkt das USB-Messgerät und daran die Last angeschlossen ist. Die Last besteht nur aus Widerständen, die aber mächtig Wärme entwickeln. Über einen Umschalter kann ich 1A (grüne LED) oder 2A (rote LED) fließen lassen. Es werden also 5W bzw. 10W in Wärme umgewandelt.
Man sieht am Messgerät, das Netzteil liefert über 5,1V bei etwa 1A. Ein Gerät welches 5V benötigt wird damit gut versorgt.
Aber es ist ein "intelligentes" Netzteil, es steigert die Spannung, wenn mehr Strom benötigt wird.
Bei 2A steigt sogar die Spannung etwas an, Bild 3). Das macht nicht jedes Netzteil.
[Bild: 20191130_213119wejd1.jpg]

Stecke ich jetzt ein besagtes USB-Kabel zwischen Netzteil und Messgerät, sieht die Sache schon anders aus. Jetzt fließen 1A bzw. 2A über das dünne Kabel. Jetzt kommt nicht mehr die volle Spannung an der Last an, was Bild 4 zeigt. 
[Bild: 20191130_213051wsktz.jpg]
Nun kommt der technische Teil dabei, um ein gutes Kabel zu identifizieren. Nimmt man die vorhin angezeigte Spannung ohne Kabel und zieht die Spannung von der Messung mit Kabel ab, kann man nach dem Ohmschen Gesetz R=U/I den Widerstand des Kabels errechnen.

Beispiel:
5,14V - 4,88V = 0,26V
Bei 1A Strom rechnet man dann...
R = 0,26V : 1A = 0,26Ω

Das klingt nicht viel, aber es gibt Geräte, die wollen wirklich 5V haben. Und nach dem ohmschen Gesetz fließt auch mehr Strom bei höherer Spannung.

Mit dieser Messanordnung kann man seine vorhandenen Kabel durchmessen und das beste heraus finden. Mein bestes Kabel ist das, welches zum Huawei-Netzteil mitgeliefert wurde.

Ein Nebeneffekt ist, man kann seine Powerbänke auch mit der Last testen und schauen, wieweit deren Spannung unter Last einbricht.
Meine 10Ah-PB scheint ganz gut zu sein, sie liefert bei 2A Entnahme noch fast 5V. Eine zweite Powerbank, etwas ältere, bricht auf 4,7V bei 2A ein.
[Bild: 20191130_212936d5k2l.jpg]

Ich biete euch an, wenn ihr es möchtet, eure Kabel, Netzteile oder Powerbänke bei einem Treffen zu testen. Wem daran liegt, einfach alles mitbringen und mir Bescheid geben, ich muss ja die Dinge mitbringen. Wink

Ich hoffe etwas Interesse für dieses Thema geweckt zu haben.

MfG, Gebby
Nie rohe Gewalt anwenden, besser einen größeren Hammer holen!
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